Langhaarige Hunde und Schnee

eigentlich wollte ich regelmäßig was schreiben… aber wies dann halt immer so ist, kommt man nicht dazu. Diesen Artikel habe ich letztes Jahr schon angefangen und dann war der Schnee weg und es wurde warm. Fand ich dann auch nicht mehr passend einen Schneebeitrag zu posten… und jetzt muss ich mich wieder beeilen, da es ja schon taut… viel spaß beim Lesen


Es schneit! Alle freuen sich! Viele Hunde lieben es im Schnee zu spielen, jagen Schneebällen hinterher, graben mit der Nase in der Weißen Pracht. Doch die Freude hält bei langhaarigen Hunden meist nur kurz. Schnell bilden sich schmerzhafte Eisklumpen zwischen den Ballen. Auch an den Füßen und am Bauch wachsen die Schneeklumpen. Crisou versucht dann durch schlecken und knabbern die Knollen wieder runter zu bekommen. Mit den Händen runterbröckeln geht, aber es hält nur kurz. Dann wachsen die Knollen wieder und da Prozedere von Schlecken, knabbern und runterpopeln beginnt von neuem.

Was macht das Fürsorgliche Frauchen, ja es schaut im Internet, wühlt sich durch irgendwelche Foren und und und. Fragt auch beim Züchter nach. Die Vorschläge werden dann natürlich umgesetzt.

Vorschlag Nummer 1: mit Vaseline Ballen, Pfoten bis rauf zur Ferse einkremen. Ich dachte, gute Idee, Fett, ja könnte klappen. Vaseline gekauft, Grisou schaut schon skeptisch beim aufschrauben der Dose. Die Pfoten werden eingekrümmt. Erst vorne, alles gut soweit. Sobald ich aber an den Hinterbeinen Hantiere schleckt er an den Vorderbeinen die Creme weg… ich hinten fast fertig läuft er durchs Wohnzimmer… nach der Aktion sind Hund und Frauchen genervt und gehen Gassi im Schnee. Ich beobachte natürlich ob sich Klumpen bilden. Die ersten entstanden natürlich da wo er den Großteil der Creme weggeschleckt hat. Wenig später Knollenbildung an den Hinterbeinen. Ergebnis: Hund genervt. Frauchen genervt.

Fürs nächste Gassi wird Vorschlag Nummer 2 ausprobiert. Mänenspray, oder Entfilzungsspray. Ist ja nix anderes als Öl zum sprühen… Füße werden eingesprüht, bzw. Ich möchte. Grisou hat Angst vor dem sprühheräusch. Also auch nicht praktisch. Draußen dann natürlich..Knollenbildung.

Vorschlag Nummer 3, haben wir ja immer automatisch gemacht, das warme Fußbad. Ok, ja, dann sind die Klumpen weg. Aber das auf dem Weg an den Füßen knabbern und popel-Problem hatten wir immer noch.

Von einem anderen Hundebesitzer habe ich die den Tipp bekommen mit einen Schneebesen die Schneeklumpen klein zu klopfen. Hat es etwas gedauert hat bis ich wusste welchen Schneebesen er meinte. Ich dache erst an den fürs Auto-abkehren, er meinte den aus der Küche!!! Zum nächsten Gassi habe ich dann einen Schneebesen mitgenommen… der baumelte dann an der Leine und kam auch schnell zu Einsatz. Bis jetzt die Beste Lösung. Es funktioniert tatsächlich. Auf die Eisbollen klopfen und sie rieseln aus dem Fell. Cisou ist Gott sei Dank geduldig mit mir und solange es keine Sprühgeräusche macht. Aber andauernd den Hund mit nem Schneebesen abzuklopfen, naja… und Eisklumpen bilden sich dann aber trozdem. Aber er kann dann noch laufen und knabbert nicht dran rum.

Dann durch Zufall habe ich in einer bekannten Hundezeitschrift gelesen, das Fell an den Füßen zu kürzen um das Problem der Schneeklumpen-bildung zu verhindern. Gute Idee! Aber da steht man dann als Beardie-Besizer. Da man ja das Fell nicht schneiden soll weil es ja dann angeblich noch schneller Verfilzt. Jeder Beardie-Züchter bekommt ja schon gefühlt nen Herzinfarkt wenn man dem armen Tropf die Haarpracht um die Augen rum wegschneidet damit er was sieht. Weil, so soll ja kein Beardie nach den VDH- Standard aussehen. Und nachdem ich immer noch Kontakt zur Züchterin habe steht man da. Was tun……

Ich hab mich dann recht schnell für die Schere und sein Wohlbefinden entschieden. Mit einer Effilierschere habe ich angefangen Crisous Haare an den Füßen zu kürzen. Auch keine einfach Aktion, weil der Herr ja an den Füßen kitzelig ist. Aber mit reichlich Bezahlung in Form von Leckerlies ging es dann doch recht schnell. Auch mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden.

Und was soll ich sagen! Es war die richtige Entscheidung! Es haben sich keine Klumpen gebildet und Crisou konnte vergnügt die Schneepracht genießen.

Da das Ergebnis uns so überzeugt hat, habe ich auch das Fell am Bauch gekürzt da er da ja auch immer extrem vielen Knollen hat.

Grannen-zeit

Pflanzen, Getreide und Gräser wachsen und gedeihen jetzt im Sommer so richtig schön. Und somit sind auch wieder Grannen allgegenwärtig. Grannen sind die „haarigen“ Enden von Getreide-Ähren, die mit Wiederhacken ausgestattet sind. Mit diesen Hacken bleiben sie wunderbar im Fell unserer Hunde hängen. Auch manche Samenstände von Gräsern sind ähnlich aufgebaut. Auch wilde Getreidearten wachsen auf Wiesen und Wegen.

Durch die Wiederhacken wandern sie immer nur in eine Richtung und zwar vorwärts! Die spitzen Enden der Grannen bohren sich dann in die Haut und können dort Entzündungen verursachen. Grannen die in die Ohren gelangen, können dort das Trommelfell durchbohren und sogar bis ins Gehirn wandern. Auch die Zehenzwischenräume sind eine wahre Grannensammelstelle.

In den Sommermonaten suche ich Crisou nach jedem Gassigang auf Grannen ab. Die Ohren kontrolliere ich sogar währen des Spaziergangs. Da ihm schon eine Granne aus dem Ohr unter Narkose entfernt werden musste bin ich da natürlich besonders aufmerksam. Und was für die Ohren gilt, gilt auch für die Nase. Eingeatmet ist so ein Teil schnell…

Auch nach der Getreideernte ist bei Feldern Vorsicht geboten, den es liegt dann doch noch einiges auf dem Boden und dann auch auf den Wegen.

Die Grannen entferne ich mit der Zecken-Pinzette! Geht super vor allem zwischen den Zehen. Bei langhaarigen Hunden empfiehlt es sich die Haare an den Füßen zu kürzen, dann bleibt nicht ganz so viel hängen.

Das absuchen und oder bürsten hat natürlich noch den Vorteil das man Zecken auch gleich findet.

Also denkt dran, nicht nur Zecken sind im Sommer unterwegs sondern auch Grannen, die unseren Vierbeinern gefährlich werden können. Ich persönlich finde ja Grannen schlimmer, denn gegen Zecken gibt es wirksame Mittel.

Montage mit Hund

Wir haben uns im März in das Abenteuer Montage gestürzt. Mit wir meine ich Crisou und Ich. Ich bin Selbsttätige Steinmetzin und habe einen Auftrag bei einer lieben Familie bekommen die weiter von uns weg wohnen. An sich ja nix außergewöhnliches. Aber es ist ja nicht irgend eine Familie, nein dort wohnen Crisous Oma, Tante, Schwester und Cousine. Da die Familie keinen aus der nähren Umgebung gefunden hat, der ihre Bodenplatten auf der Dachterrasse verlegt haben sie mich gefragt. Da ich Crisou mitnehmen konnte habe ich da natürlich zugesagt.

Wir waren dann zwei Wochen beschäftigt. Was uns natürlich auch sehr viel Spaß gemacht hat, war die Ländliche Umgebung. Und unsere Morgenrunden führten uns durch weiteläufige Wiesen, die mit Gräben durchzogen waren. Grisou hatte einen Riesen Spaß über diese Gräben zu Springen.

Dann wurde gearbeitet. Grisou hat mich dann sozusagen Moralisch unterstützt. Er lag die ganze Zeit neben mir im Split und hat gedöst. Der Trubel mit seiner Verwandtschaft war ihm meistens zu viel.

Die Mittagspausen waren dann die Nachmittags Gassirunden mit vier Beardies. Seine Oma mit ihren 16 Jahren durfte zuhause bleiben.

Waldspaziergang

Sage mir, du lieber Wald, hältst du fern des Tages Sorgen. Dort im Grünen Hinterhalt verschwiegenes Glück verborgen?

Gottfried von Böhm

Bei unseren Waldspaziergängen liebe ich die Stille und Einsamkeit. Auf kleinen Nebenwegen trifft man selten auf Menschen. Hier kann ich die Hektik, die die heutige Zeit mit sich bring für ein paar Stunden abstreifen.

Auf abgelegenen Wegen findet man vereinzelte Schönheiten. Oder es huschen ein Paar Rehe über den Weg. Was natürlich noch schöner ist, wenn das Wild im Wald steht und man es beobachten kann.

Die Waldameisen sind noch in der Winterruhe
eine einsame Buche

Auch in den Wintermonaten zeigt der Wald seinen Charm. Teilweise gefrorene, halb aufgetaute Pfützen, ok, sehr matschige Wege, die durch Forstgeräte aufgewühlt sind.

Und Zeit für ein Stöckchen ist auch immer!

Mondschein Gassi

Langsam werden die Temperaturen milder und wir können abends wieder auf Parkbänken sitzen. Gerade bei klaren Vollmondnächten liebe ich es Sterne zu gucken und mich dazwischen über die Blicke der wenigen Passanten, die abends noch unterwegs sind, zu amüsieren. Crisou sitzt dann ja mit mir auf der Bank, den Hintern hat er auf der Bank und die Vorderpfoten liegen auf meinem Schoß. Gerade für Fahrradfahrer ist es dann schon eine Herausforderung noch geradeaus zu fahren. Crisou pöbelt ja gerne Fahrradfahrer an. Ist an sich ja schon nicht toll, aber wenn er auf einer Bank sitzt und halb auf mir liegend bellt, ist das schon ein sehr ungewöhnlicher Anblick.

Auch manche Kuriositäten begegnen einem abends. Letztens quälte sich eine Stretchlimosine durch die engen Straßen. Wir haben beide ziemlich blöde geschaut. Vor allem, da ich Crisou gerade einen Kecks geben wollte. Seinen Schnauze blieb offen stehen und meine Kinnlade hing auch runter. Und beide blickten wir der Limosine hinterher….

Oder die Currywurstsauce im 5l Eimer die wochenlang auf einer Parkbank stand.

Das schlimmste was uns aber abends passieren kann, ist eine Begegnung mit der „Killer-Katze“. Eine braun-weise Katze, die sich an sehr engen Wegen so strategisch positioniert, dass man, egal wie man geht, an ihr vorbei muss. Und die Gute greift Hunde an. Ich habe Crisou dann vorbei getragen. Umdrehen konnte ich nicht, da ich einem anderen Hund ausweichen musste.

Nach solchen Begegnungen fällt mir dann wieder das Gedicht ein:

„Dunkel wars der Mond schien helle, als ein Wagen blitzeschnelle, langsam um die Ecke fuhr. Drinnen saßen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft, als ein totgeschossener Hase auf der Sandbank Schlittschuh lief.“

Ballspielen! Ja, nein, ich weiß nicht…

Ballspielen mit Hunden wird oft verteufelt. Ja, bei einseitigen Bewegungen und andauerndes Sprinten und Stoppen geht das auf die Gelenke. Aber ist es nicht auch für beide langweilig immer nur werfen, Hund rennt, bringt, werfen … usw. ?

Wenn man in diversen Hundebücher liest Ballwerfen ist „böse“ und drei Zeilen weiter werden Hundesportarten wie Agility, Frisbee usw. erwähnt, frag ich mich da schon, was ist da anders. Ob ich jetzt den Hund eine Frisbee werfe und er dieses im Flug fängt oder den Ball ist doch das gleiche. Auch kann ich die selben Sequenzen die ich mit einer Frisbee machen kann, mit einem Ball ausführen. Und ob der Hund jetzt über eine Agility Hürde springt oder über mich, ist doch immer das gleich Bewegungsmuster.

Ich bin der Meinung daß es nicht das Ballspiel an sich ist, sondern die Intensität mit der es ausgeführt wird und die Art und Weise. Wenn ich dem Hund eine viertel Stunde den Ball monoton in die gleiche Richtung werfe läuft er natürlich in immer dem gleichen Bewegungsmuster hinterher. Daß das nicht gut für die Gelenke und den ganzen Bewegungsapparat ist, bin ich voll bei der allgemein Meinung. Aber das Ballspiel an sich dann gleich zu verteufeln ist übertrieben.

Ich Spiele sehr viel Ball mit Crisou, aber mal werfe ich, ein andermal schicke ich ihn vor und lasse ihn im Sitz warten. Das Wurfobjekt werfe ich ihm dann so zu, dass er es fangen kann, ohne sich groß zu bewegen. Oder aber ich verstecke den Ball und lasse ihn suchen. Auch als Belohnung für Trainingseinheiten benütze ich ihn! Allerdings werfe ich ihm den Ball dann aus einer sehr geringen Distanz zu.

Auch das Argument, daß der Hund dann nicht mehr unterscheiden kann zwischen Ball und anderen bewegten Reizen, wie Fahrradfahrer, Autos usw. kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil! Da Crisou als Bearded Collie, ja ein Hütehund ist und er sehr auf bewegte Reize reagiert, habe ich mit Ball und Frisbee eine gute Möglichkeit seinen Hütetrieb zu kanalisieren. Es ist durchaus möglich Sequenzen aus der Hütearbeit mit einem Ball auszuführen. Und nach so einer „Arbeit“ habe ich einen ausgeglichenen zufriedenen Hund der nicht jedem Auto oder Fahrrad hinterher hechtet. Und Hunde können da schon unterscheiden!

Unterm Strich ist es immer noch Ballspiel. Drum sollte man nicht immer alles schlecht machen und in ein und die selbe Schublade stecken.

Viele werden jetzt sagen, aber Ballspielen macht doch süchtig! Ja, stimmt schon, ist aber mit allem so, was man in Massen konsumiert. Auch die ständige Belohnung nur über Leckerlie kann zur Sucht führen.

Ich denke, mit allem einen Mittelweg zu gehen und mal dies mal das hat noch keinem geschadet, im Gegenteil!

Der Kackbeutel!

Jeder Hundehalter hat ihn dabei… oder sollte. Der eine bindet ihn an die Leine, warum ist mir ein glattes Rätsel, der andere trägt ihn sauber gefaltet in der Jackentasche. Andere wiederum haben eine lose Ansammlung der Dinger dabei, die sich dann nach jedem benützen des Taschentuches, welches sich mit den Tüten in der selben Tasche befindet, dann langsam aus selbiger fallen und den Weg des Hundebesitzers wie eine Brotkrumen Spur markieren. Wenn es dann soweit ist, das Häufchen seiner treuen Fellnase aufzusammeln, stellt er fest, dass die Tasche leer ist. Ja, dann steht er da der arme Tropf und verdeckt verstohlen das Häufchen mit Erde und Laub.

Auch ist die Handhabung bei Wind und Regen sehr speziell. Das Aufbekommen der Tüte ist mit nassen kalten Fingern ja auch nicht einfach. Ist es geschafft muss man erst mal die Hand in den Beutel bekommen. Auch nicht einfach, erst klebt man fest und bei Wind klappt er wieder zu oder flattert so stark im Wind das man auch nicht in die Öffnung kommt. Wenn es geschafft ist, sucht man dann erstmal die Hinterlassenschaft….. Crisou ist da sehr praktisch, da er ja immer seinen Ball mitnehmen muss, lässt er mir diesen als Markierung des Haufens liegen.

Ich nutze kompostierbare Kackbeutel aus Maisstärke oder andere aus biologisch abbaubaren Produkten. Weil man möchte ja umweltfreundlich kacken. Die Beutel sind fein säuberlich auf einer Rolle aufgewickelt. Das reduziert den Tütenwust in der Tasche ungemein! Neulich, es musste ja mal passieren, ich ziehe die Rolle aus der Hosentasche und die Rolle rollt sich, wie auf der heimischen Toilette, quer über den Gehsteig ab. Crisou guckt doof, ich lache, er denkt sich, jetzt hat sie einen Vogel…… aufrollen, Haufen einsammeln und weiter ging’s.

Was mir auch oft passiert, dass ich die Kackbeutel mitwasche! Dann drehen sie munter ihre Kreise in der Waschmaschine. Und ich habe anschließend mehr Beutel auf der Wäscheleine hängen als Wäsche.

Ich finde es immer wieder amüsant zu beobachten, dass man nicht die einzige auf der Gassirunde ist, die mit Kacktüten kämpft. Erheitert einem das Gassigehen bei ungemütlichen Wetter ungemein!

Jetzt ist aber Schluss mit meinen wirren Gedanken zu diesem Thema!

Und Entschuldigung, die Dinger heißen KOTBEUTEL !!

Komm Odie! Hier Jacko! Ja wird’s bald!

Frau Wˋs Odie buddelt in einem Mauseloch und Frau W pfeift, schreit und gestikuliert wild. Aber Herr Hund buddelt munter weiter. Dann wird der Ton von Frauchen ruppiger und frustrierter und es wird wieder gepfiffen und geschrien…. Und Odie? Zeigt Frauchen die Mittelkralle und denkt sich, ich komm später, wenn die sich beruhigt hat. Bei Herrn J hört man Jacko! JACKO! JA gehst jetzt her, JACKO usw. Und Feli dreht paar extra Runde über drei Äcker und Frau H pfeift und pfeift. Wenn der Hund dann kommt, wird er auch noch geschimpft und angeleint.

Doch warum klappt der sogenannte Rückruf bei vielen nicht so wie es sich die Besitzer wünschen?

Rückruf muss erstmal ordentlich aufgebaut werden. Hunde brauchen einen besseren Grund um zu Frauchen zu kommen, als das was sie gerade so spannend finden. Das heißt Frauchen muss wesentlich interessanter sein als die Umweltreize. Und das ist, zugegeben, oft sehr schwierig. Und auch das Timing ist oft, nun ja… sehr spät. Oft wird erst gepfiffen und gerufen wenn der Hund schon mitten in sein Hobby vertieft ist und da dann logischerweise nichts mehr um sich rum mitbekommt.

Ich trainiere neue Sachen und auch altbekanntes immer erst und immer wieder in ablenkungsarmer Umgebung. Das heißt bei uns im Wohnzimmer.

Kleinschrittig wird das Training gestaltet. Also nicht gleich aus 20m Entfernung. Um dem Hund überhaupt zu erklären, um was es geht, locke ich ihn erst mal mit Keks oder einem Spielzeug.

Ich halte ihm das Objekt der Begierde vor die Nase und gehe langsam rückwärts mit gleizeitiegem „Hier!“sagen. Das mache ich ein paar mal. Ich konditioniere den Hund auf das Signal. Um es für den Hund noch verständlicher zu machen, baue ich auch ein Sichtzeichen, eine Handgeste ein.

Man sollte vermeiden, dass der Hund Fehler macht. Das heißt im nächsten Schritt warte bis der Hund in meine Richtung schaut, oder noch besser im Ansatz der Bewegung schon in meine Richtung geht. Dann Signal HIER und eine einladende Geste. Für Hunde ist das ein leichtes Abwenden des Körpers. Wenn der Hund kommt, schon auf dem Weg zu einem loben und Belohnung, wenn er da ist. Das baue ich so in den Alltag ein, dass es auch keine zusätzliche Zeit kostet. Also immer wenn der Hund sowieso auf einen zukommt HIER und Lob und Keks. Mal im Stehen mal im Sitzen, dann im Hausgang, aus der Küche, ein anders Zimmer, Stockwerk.

Nach ein paar Wochen wenn der Rückruf im Wohnzimmer und Haus klappt wird das ganze in den Garten verlagert. Und dann erst nach ganz draußen. Die Reize also langsam steigern.

Da wird dann kräftig weitergeübt. Den Hund in der Anfangsphase mit Schleppleine sichern ( Schleppleine immer mit Geschirr). Und hier gilt auch wieder erst in ablenkungsarmer Umgebung üben. Unbedingt zu beachten gilt, Signal und Sichtzeichen erst wenn der Hund zu einem schaut, denn da ist die Aufmerksamkeit bei uns. Später wenn der Rückruf sitzt, kann auch gerufen werden wenn, der Hund nicht schaut. Da heißt es allerdings den Hund genau zu beobachten und frühzeitig rufen oder pfeifen, damit er sich nicht zu sehr in eine Sache vertieft und nix mehr mitbekommt.

Was wird aber jetzt aus dem Dauerpfeifen und Rufen. Der Hund gewöhnt sich daran und speichert es als : „ die Alte pfeift halt immer“! Und der Rückruf nützt sich ab und wird als monotones Hintergrundrauschen gespeichert.

Gerade das Kommen auf Pfiff muss auch erst konditioniert werden. Wenn man nach Hundepfeifen sucht, heißt es in der Werbung „ein Pfiff und er kommt sofort“ oder „extrem zuverlässiges Hundetraining“ ja!!!! Stimmt!!! Nachdem es konditioniert ist. Ich habe oft das Gefühl, dass die Leute sich eine Pfeife kaufen, dann rausgehen und wenn der Hund dann mal wieder auf Rufen nicht hört, wird gepfiffen bis allen Umstehenden die Ohren abfallen. Der Hund kann ja gar nicht wissen, dass er gemeint ist wenn es nicht geübt und konditioniert wurde.

Und wenn es klappt, vergessen viele hin und wieder die Bezahlung. Wir arbeiten ja auch nicht gerne umsonst. Hundetraining ist wie mit einem Akku, der muss auch wieder aufgeladen werden…

Und nach den ganzen Üben, den Spaß am Leben nicht vergessen!

Morgenrunden

Die Morgenrunden zusammen mit meinem drei Jahre alten Bearded Collie Rüden Crisou genieße ich immer sehr. Wenn die Natur erwacht und die Vögel zu singen anfangen und das Licht zauberhafte Bilder mahlt. Dazwischen flitzt Crisou mit einem Affenzahn den Feldweg entlang voller Lebensfreude und geballter Beardiepower.

Manchmal hat es aber auch was Mystisches, wenn sich Nebel übers Land legt. Und dann wird ein kleiner Busch zu einem Riesen und man überlebt wer das ist…

Mit Crisou hat man dann in dieser ganzen Pracht der Natur auch noch was zum Schmunzeln und der Tag kann freudig und entspannt beginnen