Komm Odie! Hier Jacko! Ja wird’s bald!

Frau Wˋs Odie buddelt in einem Mauseloch und Frau W pfeift, schreit und gestikuliert wild. Aber Herr Hund buddelt munter weiter. Dann wird der Ton von Frauchen ruppiger und frustrierter und es wird wieder gepfiffen und geschrien…. Und Odie? Zeigt Frauchen die Mittelkralle und denkt sich, ich komm später, wenn die sich beruhigt hat. Bei Herrn J hört man Jacko! JACKO! JA gehst jetzt her, JACKO usw. Und Feli dreht paar extra Runde über drei Äcker und Frau H pfeift und pfeift. Wenn der Hund dann kommt, wird er auch noch geschimpft und angeleint.

Doch warum klappt der sogenannte Rückruf bei vielen nicht so wie es sich die Besitzer wünschen?

Rückruf muss erstmal ordentlich aufgebaut werden. Hunde brauchen einen besseren Grund um zu Frauchen zu kommen, als das was sie gerade so spannend finden. Das heißt Frauchen muss wesentlich interessanter sein als die Umweltreize. Und das ist, zugegeben, oft sehr schwierig. Und auch das Timing ist oft, nun ja… sehr spät. Oft wird erst gepfiffen und gerufen wenn der Hund schon mitten in sein Hobby vertieft ist und da dann logischerweise nichts mehr um sich rum mitbekommt.

Ich trainiere neue Sachen und auch altbekanntes immer erst und immer wieder in ablenkungsarmer Umgebung. Das heißt bei uns im Wohnzimmer.

Kleinschrittig wird das Training gestaltet. Also nicht gleich aus 20m Entfernung. Um dem Hund überhaupt zu erklären, um was es geht, locke ich ihn erst mal mit Keks oder einem Spielzeug.

Ich halte ihm das Objekt der Begierde vor die Nase und gehe langsam rückwärts mit gleizeitiegem „Hier!“sagen. Das mache ich ein paar mal. Ich konditioniere den Hund auf das Signal. Um es für den Hund noch verständlicher zu machen, baue ich auch ein Sichtzeichen, eine Handgeste ein.

Man sollte vermeiden, dass der Hund Fehler macht. Das heißt im nächsten Schritt warte bis der Hund in meine Richtung schaut, oder noch besser im Ansatz der Bewegung schon in meine Richtung geht. Dann Signal HIER und eine einladende Geste. Für Hunde ist das ein leichtes Abwenden des Körpers. Wenn der Hund kommt, schon auf dem Weg zu einem loben und Belohnung, wenn er da ist. Das baue ich so in den Alltag ein, dass es auch keine zusätzliche Zeit kostet. Also immer wenn der Hund sowieso auf einen zukommt HIER und Lob und Keks. Mal im Stehen mal im Sitzen, dann im Hausgang, aus der Küche, ein anders Zimmer, Stockwerk.

Nach ein paar Wochen wenn der Rückruf im Wohnzimmer und Haus klappt wird das ganze in den Garten verlagert. Und dann erst nach ganz draußen. Die Reize also langsam steigern.

Da wird dann kräftig weitergeübt. Den Hund in der Anfangsphase mit Schleppleine sichern ( Schleppleine immer mit Geschirr). Und hier gilt auch wieder erst in ablenkungsarmer Umgebung üben. Unbedingt zu beachten gilt, Signal und Sichtzeichen erst wenn der Hund zu einem schaut, denn da ist die Aufmerksamkeit bei uns. Später wenn der Rückruf sitzt, kann auch gerufen werden wenn, der Hund nicht schaut. Da heißt es allerdings den Hund genau zu beobachten und frühzeitig rufen oder pfeifen, damit er sich nicht zu sehr in eine Sache vertieft und nix mehr mitbekommt.

Was wird aber jetzt aus dem Dauerpfeifen und Rufen. Der Hund gewöhnt sich daran und speichert es als : „ die Alte pfeift halt immer“! Und der Rückruf nützt sich ab und wird als monotones Hintergrundrauschen gespeichert.

Gerade das Kommen auf Pfiff muss auch erst konditioniert werden. Wenn man nach Hundepfeifen sucht, heißt es in der Werbung „ein Pfiff und er kommt sofort“ oder „extrem zuverlässiges Hundetraining“ ja!!!! Stimmt!!! Nachdem es konditioniert ist. Ich habe oft das Gefühl, dass die Leute sich eine Pfeife kaufen, dann rausgehen und wenn der Hund dann mal wieder auf Rufen nicht hört, wird gepfiffen bis allen Umstehenden die Ohren abfallen. Der Hund kann ja gar nicht wissen, dass er gemeint ist wenn es nicht geübt und konditioniert wurde.

Und wenn es klappt, vergessen viele hin und wieder die Bezahlung. Wir arbeiten ja auch nicht gerne umsonst. Hundetraining ist wie mit einem Akku, der muss auch wieder aufgeladen werden…

Und nach den ganzen Üben, den Spaß am Leben nicht vergessen!

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