Ballspielen! Ja, nein, ich weiß nicht…

Ballspielen mit Hunden wird oft verteufelt. Ja, bei einseitigen Bewegungen und andauerndes Sprinten und Stoppen geht das auf die Gelenke. Aber ist es nicht auch für beide langweilig immer nur werfen, Hund rennt, bringt, werfen … usw. ?

Wenn man in diversen Hundebücher liest Ballwerfen ist „böse“ und drei Zeilen weiter werden Hundesportarten wie Agility, Frisbee usw. erwähnt, frag ich mich da schon, was ist da anders. Ob ich jetzt den Hund eine Frisbee werfe und er dieses im Flug fängt oder den Ball ist doch das gleiche. Auch kann ich die selben Sequenzen die ich mit einer Frisbee machen kann, mit einem Ball ausführen. Und ob der Hund jetzt über eine Agility Hürde springt oder über mich, ist doch immer das gleich Bewegungsmuster.

Ich bin der Meinung daß es nicht das Ballspiel an sich ist, sondern die Intensität mit der es ausgeführt wird und die Art und Weise. Wenn ich dem Hund eine viertel Stunde den Ball monoton in die gleiche Richtung werfe läuft er natürlich in immer dem gleichen Bewegungsmuster hinterher. Daß das nicht gut für die Gelenke und den ganzen Bewegungsapparat ist, bin ich voll bei der allgemein Meinung. Aber das Ballspiel an sich dann gleich zu verteufeln ist übertrieben.

Ich Spiele sehr viel Ball mit Crisou, aber mal werfe ich, ein andermal schicke ich ihn vor und lasse ihn im Sitz warten. Das Wurfobjekt werfe ich ihm dann so zu, dass er es fangen kann, ohne sich groß zu bewegen. Oder aber ich verstecke den Ball und lasse ihn suchen. Auch als Belohnung für Trainingseinheiten benütze ich ihn! Allerdings werfe ich ihm den Ball dann aus einer sehr geringen Distanz zu.

Auch das Argument, daß der Hund dann nicht mehr unterscheiden kann zwischen Ball und anderen bewegten Reizen, wie Fahrradfahrer, Autos usw. kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil! Da Crisou als Bearded Collie, ja ein Hütehund ist und er sehr auf bewegte Reize reagiert, habe ich mit Ball und Frisbee eine gute Möglichkeit seinen Hütetrieb zu kanalisieren. Es ist durchaus möglich Sequenzen aus der Hütearbeit mit einem Ball auszuführen. Und nach so einer „Arbeit“ habe ich einen ausgeglichenen zufriedenen Hund der nicht jedem Auto oder Fahrrad hinterher hechtet. Und Hunde können da schon unterscheiden!

Unterm Strich ist es immer noch Ballspiel. Drum sollte man nicht immer alles schlecht machen und in ein und die selbe Schublade stecken.

Viele werden jetzt sagen, aber Ballspielen macht doch süchtig! Ja, stimmt schon, ist aber mit allem so, was man in Massen konsumiert. Auch die ständige Belohnung nur über Leckerlie kann zur Sucht führen.

Ich denke, mit allem einen Mittelweg zu gehen und mal dies mal das hat noch keinem geschadet, im Gegenteil!

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