Hund darf auch mal Hund sein

 

Hunde haben Bedürfnisse. 

Daran denken leider die wenigsten Besitzer. Immer wieder sehe ich viele  Herrchen und Frauchen die ihre Hunde hinter sich herziehen oder wo wegreißen. Der Hund darf dies nicht und jenes nicht und dreckig darf er sich schon gleich gar nicht machen. 

Ich frage mich immer was das mit einem Hund macht. Geht er dann noch freudig raus mit dem Gefühl etwas zu erleben, was spannendes zu riechen, sehen? 

Die Hündischen Bedürfnisse sind nicht nur sich Lösen, also Urin und Kot absetzen, sondern eine Vielzahl von andern  Dingen. 

Schnüffeln z.B ist für alle wichtig. Schnüffeln ist wie für uns Menschen Zeitung lesen. Wir wollen ja auch die neuesten Nachrichten wissen und wissen was in unserer Umgebung so los ist. 

Und genau das wollen unsere Fellnasen auch. Sie wollen wissen wer grad unterwegs ist, welche Hündingrad läufig ist. Wann der Waldi von Frau Maier hier vorbei ist, und und und…

Hunde können anhand von Urin und Kot die jeweilig Stimmung, den Gesundheitszustand, Hormonellen Status und wann wer wo war, wahrnehmen. 

Doch was passiert mit dem Hund der das nicht machen darf? Er baut Frust auf.

Wenn ich mit meinem Hund Crisou (Bearded Collie) rausgehe, darf er an den verschiedenen Stellen schnüffeln, ein Stöckchen aufnehmen und ein paar Meter tragen oder zusammenbeißen. 

Und wenn es etwas länger dauert bleibe ich geduldig stehen und zerre nicht an ihm rum oder reiße ihn mit Gewalt weg. Vorausgesetzt die Gegebenheiten der Umgebung lassen es zu. Ansonsten teile ich ihm mit dem Signal „Weiter“ mit, das er weiter gehen soll. Da er weis, das er ja an anderer Stelle wieder seinem Bedürfnis nachgehen kann, kommt er auch gerne mit.

Ich bin der Meinung ein gesundes Miteinander entsteht nur wenn jeder seinen Bedürfnissen nachgehen kann. So kann auch der Hund lernen, wenn ich jetzt ordentlich an der Leine gehe oder Fuß gehe, ich darf ja später schnüffeln oder Freilauf genießen, oder was dem Hund Spaß macht!

Aber auch den Hund mal den Weg bestimmen lassen gehört dazu. Es muss nicht immer die gleiche Strecke sein, die wir mit unseren Hunden gehnen. Crisou ist mittlerweile ein Meister im raussuchen schöner strecken. Viele wunderbare Stellen hätte ich nie gefunden wenn ich ihm nicht den Weg wählen lasse hätte. Und somit waren wir beide zufrieden. 

Daraus entwickelt sich auch noch eine besondere Art der Kommunikation zwischen Hund und Halter. Probiert es! Es lohnt sich!

Auch die Sache mit dem Dreckig machen ist so ein Thema. Es macht doch Spaß mal durch eine dreckige Matschpfütze zu laufen oder über den gepflügten Acker. Und ja, der Hund und meistes dann auch Frauchen/Herrchen sind dann hinterher dreckig. Den Dreck kann man runterwaschen aber die Freude und der Spaß bleibe erhalten und ein freudestrahlender Hund steckt uns auch an mit Freude!

Crisou am Feld